Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes

Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes

Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes

Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes in Bonn-Godesberg

Projektdaten:
    • Gestaltungswettbewerb: 1. Preis
    • Zeitraum: 2005

Die Johanneskirche in Altenbochum ist der einzige
realisierte Entwurf Hans Scharouns für einen Kirchen-Neubau. Entsprechend hoch ist ihr Denkmalwert eingestuft. Neben einem erweiterten Verständnis der liturgischen Vorgaben begegnet man hier einigen der scharountypischen Gestaltungselemente.
Unter einem zeltartigen Dach („Die Kirche als Zelt“)
entwickelt sich ein dynamisches Raumkontinuum, dem es aber gleichzeitig auch gelingt, einzelne in sich ruhende Orte zu schaffen. Das Gebäude ist von innen heraus entwickelt. Eine „Fassade“ hat Scharoun weitestgehend vermieden – erhellt wird der Kirchenraum fast ausschließlich durch die zur Sonne geneigte „Lichtwand“.
Die Intensität der Raumwirkung wird durch die
Reduziertheit in Ausstattung und Materialität noch
verstärkt und macht dieses Gebäude zu einem Kleinod der Kirchenbaukunst.
Neben einer grundlegenden denkmalgerechten
Sanierung fand in der Planung auch eine erweiterte
funktionale Anforderung Berücksichtigung: So ist
aufgrund wechselnder Bestuhlung bei den
Veranstaltungen dringend ein Stuhllager erforderlich
geworden. Darüberhinaus wurde die Lichtwand durch ihren Verzicht auf eine thermische Trennung permanent durch Tauwasser befeuchtet, wodurch die Holzinnenbekleidung immer wieder ausgetauscht werden musste und die bauzeitliche Stahlkonstruktion durch Korrosion massiv in ihrer Existenz bedroht war. Beide Anforderungen wurden mit nur einer Intervention gelöst, um das Denkmal so authentisch wie möglich zu erhalten: einer aufgedoppelten, raumbildenden Lichtwand, die dort, wo Scharoun seinen Entwurf begann – im Innenraum der Kirche – nahezu nicht wahrnehmbar ist.
Die äußere Lichtwandebene erhält eine eingestimmte Geometrie, ist aber durch die Detaillierung dennoch als neue Zeitschicht erkennbar und unterhält dadurch einen
vielschichtigen Dialog mit dem bauzeitlichen Bestand.
Die denkmalgerechte Sanierung umfasste auf Basis
gründlicher Untersuchungen der Substanz und
historischer Quellen neben der Mauerwerks- und
Schadstoffsanierung sowie der Aufarbeitung der
Fensterelemente und einer Instandsetzung der
Haustechnik u.a. auch einen Austausch der
Bitumendeckung gegen die ursprünglich geplante
Kupferdeckung inkl. nachträglicher Wärmedämmung und Austausch von Teilen der Dachkonstruktion, und dies ohne Demontage der Kirchendecke bei laufender Nutzung.
Da die Sanierung der Scharounkirche über Spenden und Fördermittel zu finanzieren war, wurde die gesamte Realisierung so konzipiert, dass jeweils bei Erreichen bestimmter Spendensummen sinnvolle Bauabschnitte gebildet werden konnten.
Nach Vorliegen der Baugenehmigung sowie der
Denkmalrechtlichen Genehmigung im Jahre 2010 konnte dann 2012 der erste Bauabschnitt, die Sanierung des Daches und des Mauerwerkes durchgeführt werden. 2013-14 folgte dann der 2. BA mit der denkmalgerechten Sanierung der bauzeitlichen Lichtwandebene und dem Bau ihres Schutzschildes – der neuen Lichtwandebene.
Beim abschließenden 3. BA 2015-16 lag der Fokus dann auf der Sanierung des Foyerdaches, der Schadstoff- und Fugensanierung im Innenraum sowie der Integration deckenbündiger Leuchten im Foyer.