Gemeindezentrum Bernau

Gemeindezentrum Bernau

Gemeindezentrum Bernau

Gemeindezentrum Bernau

Eingeladener Realisierungswettbewerb
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit GAP Architekten
Projektdaten:
    • Bauherr: Evangelische St.Marien Gemeinde Bernau
    • BGF: 980 m2
    • Zeitraum: 2017

Wandelgang
Die prosperierende Bernauer St. Marien Gemeinde möchte ihren provisorischen Gemeindesaal durch einen Neubau in der Altstadt – direkt zwischen den beiden historischen Pfarrhäusern an der Marienkirche – ersetzen, der auch als Winterkirche genutzt werden kann. Zudem sollen auch Räumlichkeiten für das alltägliche Gemeindeleben geschaffen werden sowie – für Veranstaltungen auf dem Kirchplatz – von dort aus direkt zugängliche WCs.

Unser Vorschlag sieht einen differenziert gegliederten Baukörper vor, der sich behutsam in das sensible Umfeld einfügt. Er erstreckt sich vom Kirchplatz über den Hof bis zur Kirchgasse und bildet dadurch gleichzeitig zwei Adressen aus: Zum einen den Haupteingang des Kirchsaals am Kirchplatz, zum anderen in der Kirchgasse den Eingang zu den Gemeinderäumen. Beide Gebäudebereiche sind über einen Wandelgang am Innenhof verbunden, sodass größtmögliche Flexibilität für die Nutzung gegeben ist. Die Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten dieses Holzbaus wird zusätzlich noch durch Erweiterungsmöglichkeiten des Saals auf beiden Ebenen gesteigert.

Wohn- und Geschäftshaus am Hausvogteiplatz

Wohn- und Geschäftshaus am Hausvogteiplatz

Wohn- und Geschäftshaus am Hausvogteiplatz

Wohn- und Geschäftshaus am Hausvogteiplatz

Investorenwettbewerb des Berliner Senates
“Wohn- und Geschäftshaus am Hausvogteiplatz“, 2007
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit Cl. Thiemann und dem „Planungsteam Balzke & Palinske“
Projektdaten:
    • Wettbewerb

-Das Scharnier-
Das neue Wohn- und Geschäftshaus bezieht sich in seiner dreischichtigen Gliederung auf die Proportionen der beiden Vorgängerbauten auf diesem Grundstück – die Hausvogtei und die Reichsbank – und fügt die einzelnen „scharnierartig“ gegeneinander verdrehten Schichten zu einer durchgängigen, einprägsamen Figur zusammen. Die leichten Verdrehungen nehmen Bezug auf die Polygonalität des Stadtraumes und machen darüberhinaus die Nutzungsschichtung an der Fassade lesbar; EG und 1.OG bieten Raum für Café, Laden und Büroflächen, im 2.- 4.OG erfreuen sich die Bewohner an ihren individuell-kompakten Maisonette- und Etagenwohnungen und im 5.OG gewähren großzügige Penthouse-Wohnungen den Blick in den Himmel und ein wundervolles Panorama über die Berliner Stadtlandschaft.

Altstadt Leimen

Altstadt Leimen

Altstadt Leimen

Altstadt Leimen

Städtebaulicher Ideenwettbewerb, 2008
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit Cl. Thiemann und FGS – Forschungs- und Planungsgruppe Stadt und Verkehr
Projektdaten:
    • Wettbewerb
    • Ankauf

-Visuelle Vernetzung-
Wenngleich Leimens Altstadt nur wenige charakteristische und ortsbildprägende Gebäude aufweisen kann bietet sie doch eine sehr eigenständige Atmosphäre; dies liegt vor allem an der Offenheit und Porösität der Stadtstruktur mit ihren überraschenden Blickbeziehungen und Durchquerungsmöglichkeiten.
Ziel des Entwurfes ist es, diese stadträumlichen Qualitäten zu intensivieren, indem die charakteristische Balance aus raumdefinierenden Elementen und visueller Offenheit auch in den Bereichen Rathaus- und Bärentorplatz erzeugt, das vorhandene Wegenetz durch die Blockinnenbereiche erweitert und der Stadtkern in seiner Erlebbarkeit für die Stadtbenutzer durch eine visuelle Vernetzung verdichtet wird.

In Leimen als einer Stadt, in der der Weinbau seit 1200 Jahren das Selbstverständnis der Bürger prägt, wird dessen Assoziationswelt in abstrahierter Form durch zahlreiche Analogien mit den stadträumlichen Themen zu einer Freiraumgestaltung verwoben, die deutlich genug ist, um die Phantasie der Stadtbenutzer anzuregen, die aber auch genügend Spielraum für unterschiedliche Arten der Aneignung bietet.

Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes

Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes

Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes

Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes

Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes in Bonn-Godesberg

Projektdaten:
    • Gestaltungswettbewerb: 1. Preis
    • Zeitraum: 2005

Die Johanneskirche in Altenbochum ist der einzige
realisierte Entwurf Hans Scharouns für einen Kirchen-Neubau. Entsprechend hoch ist ihr Denkmalwert eingestuft. Neben einem erweiterten Verständnis der liturgischen Vorgaben begegnet man hier einigen der scharountypischen Gestaltungselemente.
Unter einem zeltartigen Dach („Die Kirche als Zelt“)
entwickelt sich ein dynamisches Raumkontinuum, dem es aber gleichzeitig auch gelingt, einzelne in sich ruhende Orte zu schaffen. Das Gebäude ist von innen heraus entwickelt. Eine „Fassade“ hat Scharoun weitestgehend vermieden – erhellt wird der Kirchenraum fast ausschließlich durch die zur Sonne geneigte „Lichtwand“.
Die Intensität der Raumwirkung wird durch die
Reduziertheit in Ausstattung und Materialität noch
verstärkt und macht dieses Gebäude zu einem Kleinod der Kirchenbaukunst.
Neben einer grundlegenden denkmalgerechten
Sanierung fand in der Planung auch eine erweiterte
funktionale Anforderung Berücksichtigung: So ist
aufgrund wechselnder Bestuhlung bei den
Veranstaltungen dringend ein Stuhllager erforderlich
geworden. Darüberhinaus wurde die Lichtwand durch ihren Verzicht auf eine thermische Trennung permanent durch Tauwasser befeuchtet, wodurch die Holzinnenbekleidung immer wieder ausgetauscht werden musste und die bauzeitliche Stahlkonstruktion durch Korrosion massiv in ihrer Existenz bedroht war. Beide Anforderungen wurden mit nur einer Intervention gelöst, um das Denkmal so authentisch wie möglich zu erhalten: einer aufgedoppelten, raumbildenden Lichtwand, die dort, wo Scharoun seinen Entwurf begann – im Innenraum der Kirche – nahezu nicht wahrnehmbar ist.
Die äußere Lichtwandebene erhält eine eingestimmte Geometrie, ist aber durch die Detaillierung dennoch als neue Zeitschicht erkennbar und unterhält dadurch einen
vielschichtigen Dialog mit dem bauzeitlichen Bestand.
Die denkmalgerechte Sanierung umfasste auf Basis
gründlicher Untersuchungen der Substanz und
historischer Quellen neben der Mauerwerks- und
Schadstoffsanierung sowie der Aufarbeitung der
Fensterelemente und einer Instandsetzung der
Haustechnik u.a. auch einen Austausch der
Bitumendeckung gegen die ursprünglich geplante
Kupferdeckung inkl. nachträglicher Wärmedämmung und Austausch von Teilen der Dachkonstruktion, und dies ohne Demontage der Kirchendecke bei laufender Nutzung.
Da die Sanierung der Scharounkirche über Spenden und Fördermittel zu finanzieren war, wurde die gesamte Realisierung so konzipiert, dass jeweils bei Erreichen bestimmter Spendensummen sinnvolle Bauabschnitte gebildet werden konnten.
Nach Vorliegen der Baugenehmigung sowie der
Denkmalrechtlichen Genehmigung im Jahre 2010 konnte dann 2012 der erste Bauabschnitt, die Sanierung des Daches und des Mauerwerkes durchgeführt werden. 2013-14 folgte dann der 2. BA mit der denkmalgerechten Sanierung der bauzeitlichen Lichtwandebene und dem Bau ihres Schutzschildes – der neuen Lichtwandebene.
Beim abschließenden 3. BA 2015-16 lag der Fokus dann auf der Sanierung des Foyerdaches, der Schadstoff- und Fugensanierung im Innenraum sowie der Integration deckenbündiger Leuchten im Foyer.

Förderschule Kleinmachnow

Förderschule Kleinmachnow

Förderschule Kleinmachnow

Förderschule Kleinmachnow

Umbau und Sanierung der Förderschule Kleinmachnow

Projektdaten:
    • Bauherr: Landkreis Potsdam-Mittelmark, Referenzschreiben anfordern
    • BGF: 1.600 m2
    • Ausführung: 2012 (Konzeptentwicklung),
      2013-2014 (1. BA)
    • Leistungsumfang: HOAI-LP 2-8
       

Der Schulstandort wurde im Hinblick auf verschiedene Szenarien untersucht, für die in enger Abstimmung mit Bauherrn und Nutzern und jeweils über die Entwicklung mehrerer Varianten zur optimalen Lösung gefunden wurde. Neben der Anpassung an den geänderten Raumbedarf bestand die Aufgabe darin, angemessene Prinzipien zur bauphysikalisch-energetischen und zur brandschutztechnischen Ertüchtigung der 1940er und 50er-Jahre-Gebäude sowie zur Gewährleistung der Barrierefreiheit zu finden. Darüberhinaus war es Entwurfsziel, auch die Präsenz im Stadtraum aufzuwerten und den Campuseingang als solchen zu formulieren.

Die Varianten wurden jeweils mit einer sehr detaillierten Kostenschätzung und Ablaufplanung für die Sanierung während des Schulbetriebs untersetzt, sodaß eine klare Vorlage zur Entscheidung auf politischer Ebene bereitgestellt werden konnte.

Neubau Tischlerei

Neubau Tischlerei

Neubau Tischlerei

Neubau Tischlerei

Neubau eines Firmensitzes als Holzbau im CleanTech Business Park Berlin-Marzahn

Projektdaten:
    • Bauherr: Evangelische St.Marien Gemeinde Bernau
    • Bauherr: gewerblich
    • BGF: 2.027 m2
    • Zeitraum: 2015

    • Leistungsumfang: HOAI-LP 1-5
       

Im Berliner Nordosten entsteht derzeit der größte Industriepark der Stadt. Dieser Firmensitz mit Produktentwicklung, Produktionshalle und Verwaltung eines mittelständischen massivholzverarbeitenden Unternehmens möchte zum einen zur stadträumlichen Qualität dieses Teils der Stadt beitragen, gleichzeitig soll er den eigenen Mitarbeitern und Gästen etwas bieten, was in einem Industriegebiet nicht ganz selbstverständlich ist: eine “Welt” mit eigener Stimmung, einen Campus, auf dem die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens von der Produktentwicklung bis zur Fertigung als solche wahrnehmbar angeordnet sind und durch die Konstellation der Baukörper, Wegebeziehungen und Kommunikationsflächen in heiterer, landschaftlicher Atmosphäre ganz beiläufig zu angenehmem und konstruktivem Austausch angeregt wird.

Aus diesem Ansatz resultiert eine flächige Anordnung des Baukörpers auf dem Grundstück mit einzelnen aufgesetzten Volumen, die allerdings nicht nur als additive Elemente lesbar sind: Durch die Positionierung der Baumassen und Höfe sowie durch die unterschiedliche Ausführung der Blockinnen- und -außenflächen erscheint das Gebäudeensemble gleichzeitig auch wie aus einem massiven Holzblock gesägt, was auch als Referenz an das Geschehen in der Produktionshalle gesehen werden kann, die durch dieses Gestaltungsprinzip zu einem formal selbstverständlichen Ensemblemitglied aufgewertet wird.

Der massive Holzblock ist dabei weit mehr als eine Metapher: Er bezeichnet v.a. ganz treffend die Konstruktion des Gebäudes. So ruhen die massiven Brettschichtholzdecken auf Holzständerwänden, die mit Zellulose gedämmt sind und auch die Innenausbauten, die Möbel und Sichtschutzelemente, die Fenster und Türen, die Fassade, die Dachterrasse und selbst das Tragwerk der Produktionshalle bestehen aus dem Multitalent Holz, das damit auch die Innenraumqualität maßgeblich bestimmt.

Besucherzentrum Frohnauer Hammer

Besucherzentrum Frohnauer Hammer

Besucherzentrum Frohnauer Hammer

Besucherzentrum Frohnauer Hammer

Offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb für Architektur und Freianlagen zur Neu- und Umgestaltung des Technischen Museums Frohnauer Hammer im Erzgebirge
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit plancontext landschaftsarchitektur, Berlin

Projektdaten:
    • Wettbewerb

Der Hof – Das Herz des Ensembles
Das in Jahrhunderten gewachsene Gebäudeensemble aus dem Frohnauer Hammer, einer Schmiede mit wasserkraftbetriebenen Hammerwerken, und dem Hammer-Herrenhaus ist das älteste technische Denkmal Sachsens, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Erzgebirges und durch seinen weitestgehend authentischen Erhaltungszustand äußerst wertvoll für die lebendige Geschichtsvermittlung. Die Erhaltung und bessere Erfahrbarkeit dieses Ensembles, also auch des Hofraumes zwischen beiden Kulturdenkmalen als drittem Ensemblemitglied, ist das zentrale Thema unseres Entwurfs.

Schon der Eingang zum Besucherzentrum befindet sich daher nicht außerhalb, sondern auf dem Hof, sodass die Besucher unmittelbar in die authentische Atmosphäre des Hammer-Ensembles „eintauchen“ und somit angemessen auf die lebendige, leiblich erfahrbare Vermittlung der Geschichte der Schmiede und der Handwerkskunst im Museum Frohnauer Hammer eingestimmt werden.

Um den Einfluss des Besucherzentrums auf die Ensemblewirkung des Hammerhofes trotz seiner Nähe möglichst gering zu halten, ist dessen Baukörper vom Herrenhaus abgerückt – er hält sich dezent im Hintergrund unter den Bäumen des Schreckenbergs, schmiegt sich gewissermaßen an den Berg und ist teilweise auch in ihn hineingebaut.

Das Besucherzentrum – Der diskrete Didakt
Der Eingang zum Besucherzentrum erfolgt über die südliche Terrassenmauer unterhalb der vorhandenen Biergartenterrasse: Die Besucher betreten das Besucherzentrum hier – thematisch am hier ausgestellten Bergbau orientiert – wie einen Stollen und erschließen sich auf ihrem Weg zum Besucherempfang durch wechselnde Blickperspektiven schrittweise das „Innenleben des Berges“.

Innen empfängt die Besucher eine helle und luftige Halle mit hoher Decke und einem Südfenster, das – wie zuvor der Kiosk aus dem Jahre 1972 – exakt auf den Eingang zur Schmiede ausgerichtet ist, was von der Galerie aus einen eindrücklichen Sichtbezug bietet.

Die Außenanlagen werden zum wichtigen Bestandteil des Ausstellungskonzeptes und beinhalten neben Aufenthaltsbereichen und der notwendigen Infrastruktur auch Ausstellungsbereiche und Exponate. Das Aufgreifen von historisch verwendeten Materialien stärkt die Ensemblewirkung der einzelnen Gebäudekomplexe über die Straße hinweg. Die erweiterten, möglichst großzügigen Gehwegbereiche werden mit Granitstein gepflastert, polygonale Natursteinplatten betonen die Gesamtheit des Hammerhofes.

Die äußere Bekleidung der Holzrahmenaußenwände wird mit Holzschindeln ausgeführt, da diese für Funktionsgebäude regional typisch sind. Damit bringt das Besucherzentrum sein Selbstverständnis zum Ausdruck, denn es möchte die Aufmerksamkeit nicht auf sich lenken, sondern erst auf den zweiten Blick wahrgenommen werden.

Aus diesem Grunde sind die Außenwandflächen im 1. OG und im 2. OG auch geneigt, treten also eher wie Dachflächen in Erscheinung, was den ganzen Baukörper kleiner erscheinen lässt und zudem einen von Nebengebäuden vertrauten Anblick bietet. Außerdem tritt der Neubau durch das Aufgreifen von Elementen der Bestandsgebäude bei dennoch erkennbarer Zeitgenossenschaft in einen respektvollen Dialog mit dem Bestand.

Das Südfenster der Eingangshalle wirkt wie ein im Bergbau typisches „Lichtloch“ für den unterirdischen Bereich des Besucherzentrums und versorgt ihn ausgiebig mit Tageslicht.

Schule am Wildgarten

Schule am Wildgarten

Schule am Wildgarten

Schule am Wildgarten

Sanierung einer SK-Schule in Berlin-Treptow
Projektdaten:
    • Bauherr: Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin
    • BGF: 4.150 m2
    • Zeitraum: 2017-2021
    • Leistungsumfang: HOAI-LP 1-8

Die „Schule am Wildgarten“ liegt in direkter Nachbarschaft zum Plänterwald im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Im Rahmen einer Sanierung wurde dem strengen Plattenbau des Typs „SK 68“ ein neuer spielerischer Charakter gegeben. Neben der energetischen Verbesserung der Fassade sollte die wartungsintensive Innenentwässerung des Flachdachs in eine Entwässerung mit außenliegenden Fallrohren umgebaut werden.

Die klare Grundrissstruktur des DDR-Typengebäudes legte es nahe, sich für das Gestaltungskonzept der Fassade im Außenraum inspirieren zu lassen. Mit farbigen Eternitplatten wird die Farbgebung der umgebenden Bebauung in den neuen Brüstungsbändern aufgenommen. Jede Gebäudeseite hat ihre eigene Farbgestaltung, die z. B. auf die rot-gelbe Farbgebung des umliegenden Seniorenheims und der Wohnbebauung Bezug nimmt. Die Auswahl der Farben spiegelt den Farbkreis wider. Jede Fassade wird von zwei Farben bestimmt, die über die Fläche verlaufen und durch farbige „Pixel“ ergänzt werden. Der bereits vorhandene farbig verkleidete Aufzug wurde in das neue Farbkonzept integriert. Im Kontrast zur Farbigkeit der Brüstungselemente steht der dunkelgrau verkleidete Sockel.

Das Motiv der Brüstungs- und Fensterbänder wurde um die ehemals komplett mit Betonplatten verkleideten Stirnseiten des Schulgebäudes herumgezogen. Dunkle Fassadenplatten führen hier die Fenster der Längsseiten optisch fort. Die Schule erhält dadurch einen einladenden und wertigen Charakter, der die gut 300 Schülerinnnen und Schüler der Förderschule respektvoll willkommen heißt.

Auf der Schulhoffassade dienen die neuen, nun außenliegenden Regenrohre als „Flechtstäbe“, um die sich die Brüstungsbänder herum echten und damit dem Gebäude in der Schrägansicht ein abwechslungsreiches plastisches Aussehen geben. Auf der ruhigen, dem Schulhof abgewandten Seite, wurden in die Flechtstäbe Nistkästen für Vögel integriert – die gesamte Fassade wird zum Vogelhotel. Zu jedem Klassenraum gehören zwei Nistkästen, die vom Innenraum beobachtet und didaktisch in den Unterricht einbezogen werden können. Alle Maßnahmen wurden im laufenden Betrieb umgesetzt.

Im Innenraum wurden die Flure mit einem differenzierten Farbkonzept gestaltet. Jeder Flur ist in einer eigenen Farbe gestrichen – mit leichten Nuancen in den Bereichen vor den Klassenräumen. So erhält jede Klasse ihren eigenen „Vorgarten“, was zur Identikation der Schüler und Schülerinnen mit dem Gebäude beiträgt.

Haus Vannauer

Haus Vannauer

Haus Vannauer

Haus Vannauer

Umbau und Aufstockung eines Siedlerhauses aus den 1930er Jahren
Projektdaten:
    • Bauherr: Familie Vannauer
    • Wohnfläche OG: 130 m2
    • Zeitraum: Ausführung 2008-2009
    • Leistungsumfang: HOAI-LP 1-8
    • Architekturphotographie: © Florian Profitlich
Die 30er-Jahre-Siedlung in Neubrandenburg wurde über die Jahrzehnte sukzessive verdichtet, im wesentlichen durch einfache Flachbauten und raumgreifende Gaubenkonstruktionen. Auch das ursprünglich freistehende und sehr bescheidene Satteldachhaus in der Neveriner Straße 5 erfuhr drei Erweiterungen – eine rückwärtige unmittelbar nach dem Krieg, eine großzügige Garage als westliche Grenzbebauung und einen aus Elementen des Plattenbautyps WBS 70 bestehenden, verklinkerten Flachbau, der das Grundstück bis zu seiner östlichen Grenze füllt, sodass das Gebäudeensemble mit diesen Erweiterungen im Erdgeschoss die gesamte Grundstücksbreite einnimmt.
 
Der Wunsch der Bauherren, einer jungen Familie, war nun eine möglichst große Wohnung im Obergeschoss. Der bauordnungsrechtlich schwierige und intensiv mit dem Stadtplanungsamt diskutierte Entwurf besteht aus einem differenzierten Baukörper, der das Erdgeschoss hinsichtlich der Nutzfläche nahezu verdoppelt, dabei aber in seiner stadträumlichen Wirkung auf die Kleinteiligkeit des Umfeldes reagiert.
Der östliche Gebäudeabschluss ist als gestaltete Brandwand ausgebildet, da es sich hier um eine Aufstockung der Grenzbebauung handelt. Die anderen drei Fassaden werden jeweils durch eine auskragende, gerahmte Fensterfront gegliedert. Hierdurch erhalten die einzelnen Funktionen einen individuellen Ausdruck an der Fassade und gleichzeitig tritt das relativ große Neubauvolumen durch diese plastischen Aufweitungen der Gebäudehülle deutlich filigraner in Erscheinung. Die straßenseitige Fensterfront greift dabei die Dachgesimsgliederung des Flachbaus auf und gibt ihr mit Auskragung und eingerücktem Fenstersturz einen kraftvollen Abschluss.
 
Die beiden Kinderzimmer sind südseitig zur Straße hin angeordnet, das Elternschlafzimmer nach Norden. Die gesamte verbleibende Wohnungsfläche ist als „Allraum“ konzipiert, in den das von oben belichtete Bad wie ein Möbel eingestellt ist. Hierdurch ergibt sich ein umlaufender Flur, der die einzelnen Zimmer erschließt, den Kindern endlose Bewegungsfreiheit bietet sowie durch zwei Schiebetüren an der Stirnseite des Bades ein weiteres Zimmer ermöglicht, das für Gäste, zum Arbeiten oder als Home-Cinema genutzt werden kann.
Die Position des Bades wurde dabei so gewählt, dass der südliche Flur in Verlängerung der vorhandenen Treppe angeordnet wird, sodass sich schon beim Betreten der Treppe im EG ein großzügiges Raumgefühl einstellt. Der nördliche Flur führt an den – die einstige Giebelwand ersetzenden – geneigten Stahlstützen vorbei in die offene Küche. Zusammen mit der etwas niedrigeren und farblich abgesetzten Decke des Altbaus über der Küche wird hier die räumliche Verzahnung von Neubau und Bestands-Dachgeschoss besonders gut erlebbar.
 
Da ein extrem hoher Anteil an baulichen Eigenleistungen durch die Bauherren umgesetzt werden sollte, wurden die eingesetzten Materialien und Technologien speziell hierauf abgestimmt. Der Energiebedarf der neu geschaffenen Wohnung beträgt nur etwa die Hälfte des durch die Energieeinsparverordnung geforderten Standards. Die beiden 84 m tiefen Erdwärmesonden im Vorgarten haben dadurch im Zusammenspiel mit der Wärmepumpe und der vollflächigen Fußbodenheizung leichtes Spiel, allzeit eine angenehme und unabhängige Temperierung zu gewährleisten.

Erweiterungs-Neubau BMWi

Erweiterungs-Neubau BMWi​

Erweiterungs-Neubau BMWi​

Erweiterungs-Neubau BMWi​

Entwurfsstudie zur Nachverdichtung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) am Hauptstandort in Berlin-Mitte

Projektdaten:
    • Bauherr: HNE Eberswalde
    • Bauherr: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
    • BGF: 16.400 m2
    • Zeitraum: 2014-15, 2018-20
    • Leistungsumfang: Entwurfsstudie
Für die Schaffung von 340 zusätzlichen Arbeitsplätzen des BMWi am historisch bedeutsamen Standort – zwischen dem Invalidenhaus von 1748 und dem Invalidenfriedhof, direkt am Mauerweg und dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, gegenüber der gerade entstehenden Europacity – haben wir mit diesem Entwurf die Möglichkeiten einer städtebaulich und denkmalpflegerisch eingestimmten Nachverdichtung mit einem nachhaltigen Gebäude (Anforderung war mind. BNB Silber, Ziel BNB Gold) untersucht.
 
In enger Kooperation mit den anderen Fachdisziplinen wurden in einem komplexen Optimierungsprozess zahlreiche Varianten untersucht und ein Entwurf entwickelt, der Aspekte wie den Ortsbezug und die Aufenthaltsqualität, flexible Nutzungsmöglichkeiten, Rezyklierbarkeit und Anpassungsfähigkeit, Nutzung nachwachsender Baustoffe und regenerativer Energien und Optimierung der Hüllfläche sowie ein angemessenes Maß an Repräsentation sinnfällig vereint.